Echings Gemeinderat Maximilian Ditmer nach der GR-Sitzung vom 12.06.

Allgemein

Sehr geehrter Herr Gerbl,

 

wie soeben telefonisch besprochen, erhalten Sie meine Stellungnahme als Gemeinderat der SPD zum Sitzungsthema Gemeinschaftsschule. Für Ihre Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. 

 

Mit freundlichen Grüßen aus Eching

 

Max Ditmer

 

 

 

Wir wollen: kurze Wege für kurze Beine

 

Am Montag, 12.06.2017, hat der Gemeinderat Eching mit 13 zu 2 Stimmen beschlossen, das Projekt „Gemeinschaftsschule“ nicht weiter zu verfolgen und keinen Antrag auf Schulversuch beim Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus zu stellen. Bürgermeister Andreas Held begründete seinen Beschlussverschlag zum Projektaustritt mit der mangelnden Zustimmung der befragten Echinger Eltern und erklärte die Bemühungen der Interessengemeinschaft Gemeinschaftsschule (IGG) Ast-Buch e. V. für gescheitert. Laut Held seien die vier Rathauschefs der Gemeinden Vilsheim, Buch, Tiefenbach und Eching zum selben Ergebnis gekommen. Der Gemeinderat in Buch am Erlbach hatte sich allerdings, auf einer zur selben Zeit stattfindenden Sitzung, einstimmig für die Gemeinschaftsschule ausgesprochen.

 

SPD-Gemeinderat Maximilian Ditmer stellt fest: "Bei einer Beteiligung von 56,2 % der Stimmberechtigten an der anonymen Elternbefragung kann man nicht von mangelnder Beteiligung sprechen, vergleicht man diese Beteiligung mit anderen Instrumenten der direkten Bürgerbeteiligung, so zum Beispiel mit der Teilnahme an kommunalen Bürgerentscheiden (durchschnittliche Wahlbeteiligung in Bayern bei rund 52 % in den letzten 20 Jahren), sehe ich das Elternvotum als eindeutige Absichtserklärung. Eltern von 121 Kindern in meiner Heimatgemeinde haben signalisiert, dass sie sich für Ihre Kinder bessere Bildungschancen in Wohnortnähe wünschen. Das sind 82 % der abgegebenen Stimmen. Heute hat der Echinger Gemeinderat den Willen der befragten Eltern entschieden missachtet. Abermals konnte Bürgermeister Held die Gemeinderäte mit alternativen Fakten von einer angeblich breiten Ablehnung der restlichen Gemeinden täuschen. Mein Gemeinderatskollege Heinrich Krisch und ich werden uns allerdings von diesen Manövern nicht abbringen lassen und mit Nachdruck weiterhin den Willen der Eltern in die Rathauspolitik einbringen. 

 

Der Interessengemeinschaft IGG ist es zu verdanken, dass das Thema „Sicherung unseres Schulstandortes“ nicht mehr auf den scheinbar aussichtslosen Rettungsversuch der Mittelschule in Ast reduziert wird, sondern es geht um eine Schule am Wohnort mit neuem „Inhalt“, damit Kinder und Eltern diese Schule wieder attraktiv finden. Ein von der Gemeinde Eching beauftragtes pädagogisches Konzept von Schulentwickler Roland Grüttner aus dem Jahr 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass ab einer Schüleranzahl von 240 Mädchen und Jungen, das Gemeinschaftsschul-Modell mit den Standorten in Buch und Ast erfolgreich in Betrieb gehen könnte. In den vier beteiligten Gemeinden haben sich 350 Eltern für einen Schulbesuch Ihrer Kinder in der Gemeinschaftsschule ausgesprochen – auch diesen Sachverhalt haben Bürgermeister Andreas Held und die Mehrheit des Gemeinderats heute komplett ignoriert."

 

Mit Einführung der Mittelschule im Schuljahr 2011/2012 in Bayern hatte die Echinger SPD bereits vor einem drohenden Sterben des gemeinsamen Schulstandortes in Ast gewarnt – entgegen den damaligen Behauptungen des Echinger Bürgermeisters und Schulverbandsvorsitzenden Andreas Held hat die Schulreform zu keiner Verbesserung der Bildungsqualität an der „Aster Schule“ geführt und darüber hinaus konnte nur durch einen Beitritt zum Mittelschulverbund Bina-Vils der Schulstandort Ast vorübergehend gesichert werden. Auch im Jahr 2017 ist der Schulstandort Ast nach wie vor höchst gefährdet. Das Statistische Landesamt Bayern gibt an, dass im Freistaat bis 2020 weitere 149 Mittelschulstandorte vor dem Aus stehen.

 

 

Eching, 13.06.2017

Maximilian A. Ditmer

 
 

WebsoziCMS 3.5.2.9 - 111902 -